Fassade

Rathaus Hofgeismar_ Feingemacht zum Hessentag

Strahlend-frisch, im historisch belegten Farbton »Roter Odenwälder Ocker« zeigt sich das Rathaus von Hofgeismar zum Hessentag 2015. Die leicht renovierungsbedürftige Fassade des Baudenkmals wurde neu beschichtet. Mit seinen Treppengiebeln, dem Glockentürmchen und Dachreitern zeigt sich das Gebäude herausgeputzt und stilgerecht.

Die Fachwerk- und Dornröschenstadt Hofgeismar liegt inmitten des »Märchenlandes Reinhards-wald«, m Drei-Länder-Eck Hessen/Westfalen/Niedersachsen. Herausragend ist das Dornröschenschloss Sababurg_ Das Märchenschloss der Brüder Grimm beeindruckt mit seiner mächtigen Lage im Reinhardswald im Hofgeismarer Stadtteil Sababurg. Auch das Rathausgebäude ist sehenswert_ Seine überlieferte Geschichte reicht in das 14. Jahrhundert zurück, möglicherweise wurden die noch erhaltenen Kellergewölbe in einer noch früheren Zeit errichtet. Darauf entstand in den Jahren 1728 bis 1730 zur Zeit des Landgrafen Carl von Hessen-Kassel zunächst ein zweigeschossiger, barocker Baukörper mit Mansardendach. Nach einem Brand und erheblichen Umbauten im 19. und 20. Jahrhundert präsentiert sich das Rathaus in seiner heutigen Form mit Treppengiebel und Glockenspiel.
Die Farbgebung und Materialität des geplanten Neuanstrichs legten die Verantwortlichen der Stadtverwaltung gemeinsam mit dem Denkmalpfleger der Unteren Denkmalschutzbehörde fest. »Im Großen und Ganzen sollte unser Rathaus so gestrichen werden wie gehabt. Wir entschieden uns dann für ein etwas frischeres Rot und zwar ›Roter Odenwälder Ocker 30‹ aus dem »Histolith« Farbtonkarten«, erläutert Henning Hartmann, Mitarbeiter des Bauamts Hofgeismar. Nur die Fensterbänke erhielten statt des Farbtons Sandstein Natur einen leicht grauen Anstrich. In Altweiß gefasst, heben sich die Lisenen und Pilaster von dem roten Fassadengrundton als architektonische Schmuckelemente ab.
Die »Histolith« Farbtonkarten umfassen über 360 teils historischen Architekturfarben für die Denkmalpflege. Sie basieren auf restauratorischen Farbbefunden, die von ausgewählten historischen Objekten abgemustert und in den Farbfächer integriert wurden und führen Architekturstile und die darin vorherrschenden Farbtöne zusammen. Entstanden sind sie in einer Kooperation zwischen Caparol und Experten der Landesdenkmalämter sowie Restauratoren und Stadtdenkmalpflegern. Grundlage der Farbtöne sind lichtbeständige, mineralische Pigmente.Die Mauern des 33 m langen und 18 m hohen historischen Rathausgebäudes bestehen aus einem zweischaligen Sandsteinmauerwerk, verfüllt mit Bruchsteinen und einem mineralischen Putz. »Um im System zu bleiben, kam nur eine mineralische Farbe in Frage_ die quarzverstärkte Silikatfarbe ›Sylitol Finish 130‹. Sie ist wetterbeständig, hoch diffusionsfähig und geht durch Verkieselung mit mineralischen Untergründen eine gute Haftung ein«, erläutert Caparol-Fachberater Frederik Becker. Die Altbeschichtung, eine Silikatfarbe, konnte erhalten bleiben, da sie sich in der Fläche als tragfähig erwies und der Untergrund den Technischen Anforderungen genügte. »Die Fassade war bis auf kleinflächige Stellen mit Salzausblühungen intakt. Dort entfernten wir den Putz und renovierten diese Bereiche mit einem Sanierputz«, erläutert Malermeister Günter Niggemann. Nach der Grundierung trugen die Maler die nach der »Histolith«-Farbtonkarte abgetönte »Sylitol Finish 130«, die ein gutes Deckvermögen und einen hohen Weißgrad hat, zwei Mal mit dem Farbroller auf. Lichtechte Pigmente machen die Farbe ausgesprochen farbtonstabil.
Die westliche Giebelseite, die starker Sonneneinstrahlung, Unwettern mit Hagel und Temperaturschwankungen ausgesetzt ist, beschichteten die Maler mit »Sylitol NQG«, einer Farbe, die hart im Nehmen ist. Die Nano-Quarz-Gitter-Technologie macht die Oberfläche der Beschichtung stabil gegen mechanische und witterungsbedingte Belastungen_ Schmutzpartikel, Feinstaub und Sporen können weniger gut anhaften als auf herkömmlichen Fassadenfarben. Die Kreidung ist deutlich reduziert und die Fassade trocknet schneller ab; gut gegen Algen und Pilze.
Für die gesamten Fassadenflächen von ca. 1 700 m² brauchten die Maler ca. vier Wochen, eine Zeit, die sich sehr gut als Werbung mit Gerüstplanen nutzen ließ, denn im Hinblick auf den Hessentag konnte sich der Malerbetrieb einer erhöhten Aufmerksamkeit von Passanten und heimischer Presse sicher sein. »Die Arbeiten mit den hochwertigen Farben gingen gut von der Hand, das Ergebnis war super und wir Maler sind stolz darauf, dass wir ein überregional bekanntes Objekt wie das historische Rathaus in Hofgeismar beschichten und damit sehr viele Besucher am Hessentag erfreuen dürfen«, fasst Günter Niggemann zusammen.

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