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Das NEWTON setzt auf die Warme Kante von H.B. Fuller | KÖMMERLING

Ködispace 4SG überzeugt im Vergleich mit konventionellen Abstandhaltersystemen

Bauträger und Arbeitgeber investieren verstärkt in innovative Immobilienprojekte, die Ideen von New Work und Zero Waste sinnvoll miteinander verbinden. Prominentes Beispiel für ein solch supereffizientes und -attraktives Bauprojekt ist das 2018 fertiggestellte NEWTON im Münchner Westend, eine Büroimmobilie der TÜV SÜD Gruppe München. Seine hochmoderne Fassade zeichnet sich unter anderem durch die anspruchsvoll kaltgebogenen, doppelt gekrümmten Isolierglaseinheiten in der Dachkuppel aus. Damit diese dem hohen Anspruch an zuverlässige Dichtigkeit und langlebige Stabilität gerecht werden, kommt das leistungsfähige Warme-Kante-System Ködispace 4SG des Kleb- und Dichtstoffherstellers H.B. Fuller | KÖMMERLING zum Einsatz.

Das Münchner Westend hat sich in den letzten Jahren immer mehr zum beliebten Wohn- und Ausgehviertel entwickelt. Der gelungene Mix aus Alt- und Neubauten, kleinen Kneipen und angesagten Restaurants sowie die kurzen Wege in die Naherholungsgebiete in und um München machen das neue Szeneviertel besonders attraktiv. Zeitgleich hat sich dort auch ein zukunftsorientierter Business-Standort etabliert, zu dem neben dem bekannten ADAC-Tower, dem Fraunhofer-Institut und anderen Dependancen namhafter Unternehmen seit 2019 auch das NEWTON als neues Immobilienprojekt der TÜV SÜD Gruppe gehört.

Im NEWTON bieten insgesamt etwa 35.000 m² Büroflächen in 65 Nutzungsmodulen beste Voraussetzungen für neue, zukunftsgerechte Arbeitswelten für bis zu 2.000 Menschen. Das Zentrum des Hauses und Forum für Veranstaltungen bildet die glasüberdachte Halle. Zur Realisierung der Dachkuppel im NEWTON kam das Isolierglas GEWE-therm 4SG von SCHOLLGLAS zum Einsatz. Nach Produktion und Lieferung zur Baustelle wurden die Isolierglaseinheiten durch Experten von LAMILUX direkt vor Ort im Montagebiegeverfahren mittels Fixierung in der Rahmenkonstruktion zunächst in der Diagonalen gebogen und anschließend in die finale Form gebracht. Alle Kanten der 1.850 x 1.850 Millimeter großen Isolierglaseinheiten werden dazu linienförmig in Pressleisten gehalten und haben eine maximale Eckauslenkung von 95 Millimetern.


Erstklassiges Warme-Kante-System mit Ködispace 4SG

Um die hohen Ansprüche an zuverlässige Dichtigkeit und langlebige Stabilität zu erfüllen, wurden die für den Bau des NEWTON verwendeten Baumaterialien und Verbundstoffe vorab umfassend geprüft – allen voran das Ködispace 4SG Abstandhaltersystem für die Glaskonstruktion in der Dachkuppel. Für die vergleichende Betrachtung der zu verbauenden 2-fach-Isolierglaseinheiten wurden zunächst zwei digitale Modelle erstellt: eines mit einem Ködispace 4SG Abstandhaltersystem und eines mit einem konventionellen Abstandhalter aus Aluminium. Beide Modelle wurden anschließend im Rahmen einer Finite-Elemente-Analyse (FEA) zu den durch die Verformung bedingten Schubbelastungen im Randverbundsystem der geplanten Dachkuppel eingehend untersucht. Die Ergebnisse zeigten deutlich, dass gerade bei kaltgebogenen Isolierglaseinheiten das Warme-Kante-System Ködispace 4SG klare Vorteile gegenüber einem konventionellen Abstandhalter aufweist. Die steiferen konventionellen Abstandhalter können die entstehenden Lasten aufgrund ihrer Inflexibilität nicht kompensieren. Deshalb liegt hier nahezu die komplette Schublast auf einer sehr dünnen PIB-Schicht (Butyl-Primärversiegelung), die weniger als 0,5 Millimeter misst. Dies wiederum führt zu großen Verformungen in der Primärdichtung. Undichtigkeiten sind dadurch nicht auszuschließen.

Ködispace 4SG nimmt aufgrund seines deutlich flexibleren Verhaltens die äußere Verformung auf, ohne dabei signifikante Spannungen zu erzeugen. Ködispace 4SG nutzt die Breite des gesamten Scheibenzwischenraums – je nach System in der Regel 12 bis 20 Millimeter im Vergleich zu zweimal 0,3 bis 0,5 Millimeter PIB-Schicht bei konventionellen Systemen – und kompensiert auftretende Lasten und damit verbundene Deformationen dadurch wesentlich besser als ein herkömmliches, starres Abstandhaltersystem. Die resultierenden Verformungen sind im genannten Fall um ca. den Faktor zehn kleiner. Zusätzliche Sicherheit bezüglich der Gasdichtigkeit wird dadurch erreicht, dass sich das reaktive Polyisobutylen chemisch sowohl mit der Glasoberfläche als auch mit der Silikonsekundärversiegelung verbindet. Dadurch „verschmilzt“ der gesamte Randverbund zu einer flexiblen und belastbaren Einheit, die langzeitstabil und dauerhaft dicht ist. Dies sowie die Ergebnisse der FEA wurden durch Bauteilversuche bestätigt. Tatsachen, die sowohl die Planungsbeteiligten als auch die Fassadenbauer des NEWTON schließlich vom System des Spezialisten H.B. Fuller | KÖMMERLING überzeugten.

Platin in Sachen Nachhaltigkeit

Langfristiges Denken und verantwortungsbewusstes, nachhaltiges Handeln standen für das Architektenteam von DMP, seit 2008 Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen, beim Bau des NEWTON an oberster Stelle. Neben der Verwendung intelligenter und innovativer Baumaterialien überzeugt das Gebäude zusätzlich mit einem ökologischen Konzept, das auch mit vorhandenen Ressourcen arbeitet. So wird unabhängig von der Jahreszeit durchgängig mit Grundwasser geheizt oder gekühlt. Zusätzlich ermöglicht Photovoltaik auf den Dachflächen die Erzeugung von regenerativem Solarstrom, der den Allgemeinstrombedarf um weitere 25 Prozent reduziert. Auch der Energiebedarf an sich beeindruckt: Mit einem Primärenergiebedarf von ca. 72 kWh/m²a erreicht das NEWTON einen absoluten Spitzenwert, fast ein Drittel weniger als durchschnittlich in einem Bürogebäude vergleichbarer Größe. Die Verwendung des Warme-Kante-Systems Ködispace 4SG beim Bau der Dachkuppel leistet einen wesentlichen Beitrag zur nachhaltigen Bauweise, da sich langfristig energieeffiziente Isolierglaseinheiten nur in Kombination mit dauerhaft gasdichten Abstandhaltersystemen erreichen lassen. Das umsichtige Handeln aller Planungsbeteiligten in Sachen Nachhaltigkeit wurde kürzlich mit dem Platin-Zertifikat der DGNB für nachhaltige Gebäude als höchste Auszeichnungsstufe belohnt. Damit belegt das NEWTON einen Spitzenplatz im Ranking der Münchener Büroimmobilien.

Bautafel

  • Projekt: NEWTON München, Ridlerstraße 57, München
  • Bauherr: TÜV SÜD AG München
  • Fertigstellung: 2018
  • Architekturbüro: DMP Architekten Axel Altenberend, München
  • Nutzung: Büro, Konferenz und Gastronomie
  • BGF: 61.680 m² (gesamt, inkl. 2 UGs)
  • Fassadenbau: Dodel-Metallbau und LAMILUX (für die Dachkonstruktion)
  • Glaselemente: SCHOLLGLAS GEWE-therm® 4SG
  • Abstandhaltersystem: H.B. Fuller | KÖMMERLING Ködispace 4SG
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