Aktuelles Innenausbau

Caparol: Dunkleres Farbspektrum rückt den Mensch und die Produkte in den Fokus

Fein aufeinander abgestimmte Materialien und gedeckte Farbtöne sorgen im Geschäft der Friseurfamilie Kempf in Hösbach für ein Haar- und Farberlebnis. Durch die reduzierte Farbigkeit rückt der Mensch in den Mittelpunkt – und Produkte für die Schönheit kommen gut zur Geltung. Zum Einsatz kamen dabei Farben von Caparol.

Auch ein Friseursalon muss mit der Zeit gehen und braucht gelegentlich einen neuen (Zu)Schnitt, eine Farbauffrischung und ein trendiges Styling. Anfang des Jahres stand im Familienunternehmen Kempf in Hösbach ein Generationswechsel an. Genau der richtige Moment für einen optischen Paukenschlag. Die letzte Renovierung des in einem Wintergarten-Anbau mit Glasdach und rustikalen Holzprofilen untergebrachten Damensalons in Beigegelb lag 15 Jahre zurück. Vor der Übernahme des Geschäfts, das ihre Eltern 1993 eröffnet hatten, wünschten sich die Geschwister Alexandra, Fabienne und Peter eine Komplettveränderung ihres Arbeitsbereichs und ein angenehmes, inspirierendes Umfeld für ihre Kundschaft.

Wozu Zahnschmerzen doch alles gut sind

Ausgerechnet in der Praxis eines Zahnarztes in Pfungstadt fiel den Eltern Monika und Berthold Kempf die besondere Gestaltung der Räume auf. Das Konzept stammt von der Innenarchitektin Katja Feldmann, die bekannt für einen klaren, schnörkellosen und unverwechselbaren Stil ist. Den fanden die Kempfs so ansprechend, dass sie ihr den Auftrag erteilten, ihrem Salon in Hösbach ein zeitgemäßes, deutlich verändertes Erscheinungsbild zu geben.

Der neue Look sollte das Motto »Exklusivität inklusive« des mehrfach ausgezeichneten Familienunternehmens »Die Friseure« zum Ausdruck bringen. Die Kundinnen erwartet dort nicht nur ein »Haarerlebnis« mit Haar- und Kopfhautanalyse, sie können sich zusätzlich rundum verschönern lassen. Zum Geschäft gehören nämlich auch ein Kosmetikstübchen für die Behandlung mit Effektkosmetik, ein Verkaufsraum mit Beauty-­Produkten und ein weiterer mit Designer-Mode kleinerer Firmen. Nach und nach wurden Perücken ins Sortiment mit aufgenommen. Diese verschiedenen Funktionen sollte Katja Feldmann bei der Neukonzeption prägnanter herausstellen.


Tageslicht sorgt für Helligkeit

Durch die große Glasfront des Salons im Wintergartenanbau blicken die Kundinnen ins Grüne und entspannen beim Anblick des gepflegten Gartens. Sie haben das Gefühl, von Natur umgeben zu sein. »Hell muss es insgesamt bleiben, aber die Wände sollten dunkler werden«, wünschte sich Alexandra Kempf. Die Innenarchitektin unterstützte sie bei der Gestaltung und Neuaufteilung der Räumlichkeit. Der Wunsch der Kundschaft, ungestört Perücken ausprobieren zu dürfen, ohne fremde Blicke auf sich zu ziehen, wurde erfüllt. Jetzt ist das Zweithaarstudio vom restlichen Salon abgetrennt und hat eine verschließbare Tür.

Da genug Tageslicht den Frisierbereich flutet, verträgt der Salon durchaus Farbtöne aus dem dunkleren Farbspektrum. In Zusammenarbeit mit Dipl.-Designerin Martina Lehmann vom Caparol FarbDesign­Studio wählte Katja Feldmann ungewöhnlich stark vergraute Farbnuancen aus. Diese variieren von Raum zu Raum in leichten Abstufungen. Etwas heller gehalten sind die Räume ohne direkten Tageslichteinfall. Allen Bereichen gemeinsam ist jedoch der anthrazitgraue, farbgleiche Boden – teils Fliesen, teils Vinyl. Durch die insgesamt gedeckte, zurückhaltende Farbigkeit erhält der Salon eine ruhige, feine Atmosphäre.

Kontrast rückt Produkte in den Vordergrund

»Die ungewöhnlich dunklen Farbtöne bringen sowohl die Kundschaft als auch die farbigen Produkte zum Strahlen«, erklärt Martina Lehmann die Wirkung. Diese entsteht durch den Bunt-Unbunt-Kontrast sowie den Quantitätskontrast, der hier eine faszinierende Spannung erzeugt. So wird der Blick des Betrachters unwillkürlich auf das umfangreiche Beauty-Sortiment gelenkt, denn die farbigen Produkte treten in dem dunklen Umfeld besonders auffällig in den Vordergrund.

Jeder Funktionsbereich ist mit seiner individuellen Farbe einheitlich gefasst, das heißt: Wand, Decken und Einbauten erscheinen jeweils im gleichen Farbton. Das war eine Herausforderung, da bei Wand- und Lackfarben Farbabweichungen nicht immer auszuschließen sind.

Doch das Ergebnis ist gelungen: Der Handwerker hat das Konzept perfekt umgesetzt. Im Frisierbereich dominieren Anthrazittöne, im Verkaufsraum Beauty ist es ein grünliches Grau, und die Mode-Boutique setzt sich durch ein verhülltes Rosé von den anderen Räumen ab.

Die Wände sind alle in einer hochwertigen, strapazierfähigen Farbe gestrichen, die auch den gefürchteten Schreibeffekt verhindert. Dieser Aspekt war wichtig, denn in hoch frequentierten Bereichen sind helle Spuren auf dunklen Wandflächen durch mechanische Belastungen schnell zu beobachten. Im Perückenraum ist eine kreative Technik zum Einsatz gekommen, die Wände sind in »Betonoptik« gestaltet.

Abgestimmtes Lichtkonzept

Mit unterschiedlichen Beleuchtungsarten werden die Räume zusätzlich in Szene gesetzt. Im Haarwaschbereich sind es kugelförmige Deckenstrahler, im Perückenraum runde beleuchtete Wandspiegel, die dem Studio Raumtiefe geben, sowie kreisförmige Deckenleuchten und im Verkaufsraum für Beauty-Produkte Leuchten aus den 70er-Jahren.

»Ich mag es, wenn man alt und neu mixt, so entsteht Lebendigkeit. Es soll nicht alles gleichförmig sein«, sagt Katja Feldmann. Nach diesem Grundsatz hat sie auch das zum neuen Salon-Look passende Mobiliar ausgewählt, darunter ein drei Meter hohes Holztor aus China, aus dem zwei Frisiertische hergestellt wurden. Sogar die alte Hausnummer ist noch zu erkennen. Eine antike Kommode mit vielen Schubladen schafft durch die lebendige Holzoberfläche einen angenehmen Kontrast zur monochromen Wandfläche. Besondere Akzente setzen Polstermöbel in pastelligem Rosé oder einem hellen, bläulichen Grau, die noch aus den fünfziger Jahren stammen. Diese Mischung findet Alexandra Kempf gekonnt und gelungen: »Mir war der wohnliche Gesamteindruck wichtig. Ich finde die Lösungen interessant.«

Und die Kundschaft? Die ist von der neuen Optik des Salons begeistert. »Wir haben nur Positives gehört«, versichert ­Alexandra Kempf. »Der Damensalon hat jetzt den Charakter eines Wohnzimmers, in dem man sich entspannen kann. Und genau das wollten wir so haben.«    J

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