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braun-steine: Komplettsystem für eine abgestimmte Ortsmitte

5 000 Autos täglich, dazu Busse und Anwohnerparkplätze – Lust, sich in der Klosterstraße in Kernen-Stetten länger als nötig aufzuhalten, hatte man als Fußgänger und Bewohner des Stadtteils nicht. Das sollte sich ändern. Mit dem Büro Elke Ukas Landschaftsarchitekten aus Karlsruhe stand dem Umbau der Klosterstraße nichts mehr im Weg. Das Motto: Wasser und Wein, denn neben den Weinbergen prägen Gewässer wie Rems, Haldenbach und Beibach die Gegend. Pflastersteine und Blockstufen, Hoch- und Tiefborde, Randsteine und Rinnen, Ecksteine und Absenker – alle Ansprüche, die an die Umgestaltung der Ortsmitte in Kernen-Stetten gestellt wurden, ließen sich mit dem Programm »Park Avenue« von braun-steine erfüllen.

Realisiert werden sollte die neue Ortsmitte nach dem Konzept des »Shared Space«, also der Gleichberechtigung aller Verkehrsteilnehmer. Im Vorfeld hatte die Gemeinde gemeinsam mit den Anwohnern die Ziele für die neu gestaltete Klosterstraße formuliert. »Ganz wichtige Themen waren, dass genug Parkplätze bleiben und die Häuser auch weiterhin gut zugänglich sind«, erinnert sich Landschaftsarchitekt Peter Rottach vom Büro Elke Ukas Landschaftsarchitekten.

Ausreichend breite Straßen, Parkplätze, eine Bushaltestelle mit integrierter E-Bike-Ladestation, barrierefreie Zugänge, ein harmonisches, einheitliches Flächenbild, Raum für Mensch und Fahrzeuge sowie Plätze, an denen es Spaß macht zu verweilen – diese Wünsche galt es im Entwurf zu verbinden. Gefordert war, dass Straße, Gehwege, Bushaltestelle und Platz wirken wie aus einem Guss – dieses Ziel wurde mit dem »Park Avenue«-Programm von braun-steine realisiert.

Allen Nutzeransprüchen gerecht

Beim »Shared Space« ist es wichtig, Straße und Gehweg optisch zu unterscheiden, beispielsweise durch die Form der Steine. So trennen in Kernen-Stetten flache Randsteine und Tiefborde, die sich auch mit Kinderwagen und Rollstuhl problemlos überfahren lassen, den Fußgängerbereich von der Straße. Diese müssen jedoch auch dem Verkehr standhalten. »Überall dort, wo ich einen Tiefbord verwende, wird auch mit dem Pkw oder Lkw ab und zu auf den Gehweg gefahren. Daher muss die Befahrbarkeit unbedingt gewährleistet sein«, erklärt Ruben Pressmar, Anwendungstechniker von braun-steine.


Mit Übergangssteinen in unterschiedlichen Höhen gehen die flachen Randsteine nahtlos in die Buskapsteine der Haltestelle über – nichts unterbricht das ausgeklügelte Farbkonzept des Planungsbüros. Alle verwendeten Steine und Sonderbauteile wurden in der Oberfläche »Lambada Forte« gestaltet und liefern so ein einheitliches Bild über die gesamte Fläche – vom Straßenraum bis zum zentralen Platz.

Nichts ist dem Zufall überlassen

Während das Pflaster auf der Fahrbahn in dunkleren Grautönen verlegt ist, wurden im Parkplatz- und Fußgängerbereich Steine von anthrazit bis hellgrau verwendet. Wie Pixel wirkt der Belag, helle und dunkle Bereiche mit 20, 30 Steinen wechseln sich ab, immer kleinteiliger wird das Muster, bis es sich auf dem zentralen Platz in vielen hellen und dunklen Punkten auflöst. Da ist nichts dem Zufall überlassen: »Wir hatten ein Verlegemuster für die gesamte Straße«, sagt Peter Rottach. Vor der Entscheidung für »Park Avenue« wurden Systeme verschiedener Hersteller von den Planern und vom Bauherrn beurteilt. »In der engeren Wahl hatten wir letztlich noch drei Musterflächen von 2 mal 3 Metern, die wir zusammen mit den Randsteinen bemustert haben. Die Wahl fiel auch deshalb auf ›Park Avenue‹, weil es ein System aus einem Guss ist«, erinnert sich der Landschaftsarchitekt.   J

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